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Kompetenz-Test der Aktion "Was schaffst Du": Ein Selbstversuch
vom Dienstag, dem 6. Februar 2007
Kreis Böblingen - Endlich fertig mit der Schule - aber was nun? Für alle, die noch keine Antwort auf diese Frage wissen, gibt es auf der Homepage der Aktion "Was schaffst Du?" die Möglichkeit, unter dem Link "Kompetenz-Test" einen ausführlichen Berufsinteressen-Test zu machen. Ein Selbstversuch.
Der Abschluss ist geschafft, die Zeugnisse längst vergeben. Ein Grund zur Freude, ganz klar. Oder vielleicht doch nicht? Vielen Schulabgängern macht das Danach sehr zu schaffen, denn sie wissen noch gar nicht, was sie nun eigentlich aus ihrem Leben machen sollen. Ob man gar keine Ahnung hat, was man werden will, oder sich zwischen mehreren Berufszielen nicht entscheiden kann, läuft im Endeffekt auf dasselbe heraus: Man steckt, in gewisser Weise, fest.
Hier soll der Berufsinteressen-Test, den das "geva institut" auf der Homepage von "Was-schaffst-Du" anbietet, helfen. Die gemeinsame Aktion der Jugendhilfeeinrichtung Waldhaus und der Schönbuchgemeinden (Altdorf, Hildrizhausen, Holzgerlingen, Schönaich und Weil im Schönbuch) soll Betriebe dazu animieren, Ausbildungsplätze zu schaffen und Jugendlichen beim Start ins Berufsleben helfen. Und dazu gehört auch der Test, zu dem man über den Button "Kompetenz-Test" gelangt.
"Klick" und los geht der Selbstversuch. Sobald ich angemeldet bin, werde ich auch schon mit Aussagen bombardiert, die es zu bewerten gilt. Der Schwierigkeitsgrad der Entscheidungen variiert. Zum Beispiel "Sie würden in ihrem Beruf gerne Geschäftsberichte auswerten und Statistiken erstellen" löst bei mir einen reflexartigen Mausklick bei Antwortmöglichkeit Nummer fünf - "Stimmt überhaupt nicht" - aus. Dann sind da die Aussagen, über die man eine ganze Weile nachdenken muss, wie "Sie können sich gut bei anderen durchsetzen." Kann ich. Oder? Kommt drauf an . . . Ich weiß nicht. Und schließlich gibt es noch die Fragen, die in dem Zusammenhang einen leicht ironischen Anklang bekommen: "Sie können leicht und schnell Entscheidungen treffen".
Der Test ist in verschiedene Bereiche gegliedert: Getestet werden die Berufsinteressen, also zum Beispiel ob jemandem Geld besonders wichtig ist oder ob Spaß am Beruf und Abwechslung Priorität haben. Außerdem wird nach Begabungen gefragt, wie künstlerischem Talent oder sprachlicher Begabung. Zu guter Letzt kommen die Schlüsselqualifikationen dran, das heißt also, es wird meine Selbsteinschätzung in Sachen Zuverlässigkeit, Verantwortungs-bewusstsein und Teamfähigkeit abgefragt. Das geva institut kennt mich nun also besser, als so mancher Freund. Da müsste das Ergebnis doch eigentlich überzeugen.
Schon zwei Tage später habe ich die Möglichkeit, meine These zu überprüfen. Die Auswertung ist da und zwar genauso übersichtlich in die diversen Bereiche gegliedert, wie schon der Test selbst. Die folgenden Berufsvorschläge sind dann wie in einem Ranking dem so genannten "Passungswert" nach aufgelistet. Der Passungswert ist eine Angabe in Prozent, wie gut oder schlecht der jeweilige Beruf zu mir passt. Demzufolge sollte ich wohl meiner momentanen Tätigkeit treu bleiben (Publizistik, Journalistik, Medienwissenschaften: 83,7 Prozent), ich könnte aber auch anderen Menschen helfen (Sozialpädagogik, Pädagogik: 75,4 Prozent) oder zwischen den Nationen vermitteln (Übersetzen und Dolmetschen: 79,8 Prozent).
In meinem Fall hat das geva-institut überraschenderweise den Nagel geradezu auf den Kopf getroffen. Noch nicht einmal gegen die Rangfolge der einzelnen Berufe habe ich etwas einzuwenden. Ob das immer so gut klappt, weiß ich natürlich nicht. Aber ich finde, allen, die Anregungen suchen oder einfach nur eine Bestätigung dessen, was sie eigentlich sowieso schon wissen, kann der Test eine Hilfe sein. Eines muss allerdings klar sein: Der Berufsinteressen-Test bewahrt niemanden vor einer eigenen Entscheidung und er ersetzt nicht die eingehende Beschäftigung mit den beruflichen Möglichkeiten.
Bericht der Kreiszeitung Böblinger Bote vom 06.02.2007
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